https://socialhistoryportal.org/raf/text/307207
Worum es in dieser Folge geht
Im sechsten und letzten Teil unserer RAF-Reihe geht es um die Zeit nach der Todesnacht von Stammheim. Wir schauen auf die Zweifel, die Anwälte wie Otto Schily damals äußerten, und auf die Gutachten, die später auf Selbstmorde hindeuteten. Am 19. Oktober 1977 meldet die RAF, dass sie Hanns Martin Schleyer nach 43 Tagen getötet hat. Seine Leiche wird im französischen Mülhausen im Kofferraum eines Audi 100 gefunden.
Danach folgen wir der RAF durch die nächsten Jahrzehnte: Aussteiger, die mit Hilfe der Stasi in der DDR untertauchen, eine dritte Generation, die ab 1984 die Gruppe neu aufbaut, die Zusammenarbeit mit der französischen Action Directe und Anschläge auf Ernst Zimmermann, Alfred Herrhausen und Detlev Karsten Rohwedder. Am Ende steht 1998 ein achtseitiges Schreiben, in dem die RAF ihre Auflösung verkündet und ihre Opfer fast vollständig verschweigt.
Kurz gefragt
Waren die Toten von Stammheim Selbstmorde?
Die meisten Gutachten und spätere Aussagen ehemaliger RAF-Mitglieder sprechen dafür. Otto Schily, der zunächst Zweifel geäußert hatte, war später nach eigener Aussage zu 99 Prozent von Selbstmorden überzeugt.
Was geschah mit RAF-Aussteigern?
Einige wurden mit Hilfe des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR aufgenommen und lebten dort unter neuer Identität.
Wann löste sich die RAF auf?
1998, mit einem achtseitigen Schreiben, das mit den Worten beginnt, die RAF sei am 14. Mai 1970 entstanden und nun Geschichte.