Worum es in dieser Folge geht
Mit dieser Folge beginnt unsere Reihe über die Rote Armee Fraktion und den Deutschen Herbst. Der Begriff selbst stammt aus dem Film „Deutschland im Herbst“ von 1978, der Höhepunkt der Anschläge liegt im Herbst 1977. Bis dahin ist es ein weiter Weg, denn die RAF wurde nicht mit einem festen Programm gegründet, sie ist aus linken Szenegruppen und der Studentenbewegung gewachsen, vor allem in West-Berlin.
Wir schauen deshalb zuerst auf das Jahr 1968: das Attentat auf Rudi Dutschke, die Osterproteste der APO, die „Schlacht am Tegeler Weg“ um den Anwalt Horst Mahler und Gruppen wie die „Umherschweifenden Haschrebellen“. Dann folgen wir Andreas Baader und Gudrun Ensslin von den Kaufhausbränden in Frankfurt über die Flucht nach Paris bis zu Baaders Festnahme am 4. April 1970, eingefädelt vom V-Mann Peter Urbach. Damit stehen wir unmittelbar vor dem Tag, der als Gründungstag der RAF gilt.
Kurz gefragt
Woher kommt der Begriff „Deutscher Herbst“?
Aus dem Film „Deutschland im Herbst“ von 1978, einer Collage von elf Regisseuren des Neuen Deutschen Films über die Reaktion des Staates auf den Terrorismus.
Wer war Peter Urbach?
Ein V-Mann, bekannt als „S-Bahn-Peter“. Er gab sich in der linken Szene als hilfsbereiter Handwerker aus, verteilte nachweislich Waffen und Brandsätze und lockte Baader in eine Falle.
Welche Folgen sollte man vorher hören?
Unsere Folgen 43 über Georg von Rauch und 99 über Benno Ohnesorg gehören zur Vorgeschichte.