Worum es in dieser Folge geht
Die Entführung von Hanns Martin Schleyer zieht sich seit Wochen hin, und die RAF braucht mehr Druck. Über ihre Kontakte zur PFLP von Wadi Haddad kommt der Plan zustande, ein deutsches Flugzeug zu entführen. Im Oktober 1977 bringt ein vierköpfiges palästinensisches Kommando die Lufthansa-Maschine Landshut auf dem Weg von Palma de Mallorca nach Frankfurt in seine Gewalt. Wir folgen dem Flug über Rom, Zypern, Bahrain und Dubai bis nach Aden, wo Kapitän Jürgen Schumann vor den Augen der Passagiere erschossen wird.
Kopilot Jürgen Vietor fliegt die beschädigte Maschine weiter nach Mogadischu. Dort stürmt die GSG 9 das Flugzeug, nachdem die Bundesregierung den Einsatz in harten Verhandlungen möglich gemacht hat. In derselben Nacht hört Jan-Carl Raspe in Stammheim im Radio von der Befreiung. Am Morgen sind Baader, Ensslin und Raspe tot, Irmgard Möller überlebt schwer verletzt. Damit endet die erste Generation der RAF und das Kapitel Deutscher Herbst, aber nicht die Fragen an den Staat.
Kurz gefragt
Wie kamen die Waffen an Bord der Landshut?
Versteckt in einem Transistorradio und einem Kosmetikkoffer: zwei Pistolen, vier Handgranaten und etwa ein halbes Kilo Plastiksprengstoff.
Warum blieb Kapitän Schumann in Aden so lange vom Flugzeug weg?
Erst 2008 fand eine Fernsehdokumentation den Mann, mit dem er dort sprach. Laut dessen Aussage verlangte Schumann aus Sorge um die Passagiere, dass das möglicherweise beschädigte Flugzeug nicht weiterfliegen dürfe.
Was geschah in der Todesnacht von Stammheim?
Nach der Nachricht von der Befreiung der Geiseln versuchten die vier verbliebenen Häftlinge, sich das Leben zu nehmen. Baader, Ensslin und Raspe starben, Irmgard Möller überlebte.