WR223 – Der Kanal, der nie fertig wird — Nord-Ostsee-Kanal Teil 3
Zum großen Finale unserer Kanal-Trilogie passiert etwas, das es bei uns noch nie gab: Das Raumzeitschiff landet nicht in der Vergangenheit, sondern in unserer eigenen Gegenwart. Statt Kaiser und Kapelle erwarten Cris und Jan diesmal Bauzäune, Kräne und Bagger.
Denn das Muster, das den Nord-Ostsee-Kanal seit 1895 verfolgt — „Gebaut, gefeiert, zu klein“ — hört einfach nicht auf. Cris nimmt euch mit auf eine Reise einmal quer durch den Kanal, von Brunsbüttel im Westen bis Holtenau im Osten, und an fast jedem Kilometer wird gerade gebohrt, gebaggert oder gesprengt.
Wir erzählen, warum in Brunsbüttel für 1,2 Milliarden Euro eine komplett neue, fünfte Schleusenkammer entsteht — nur, damit man die alten von 1914 überhaupt sanieren kann. Warum ein 20 Kilometer langes Stück Kanal im Osten bis heute die Maße von 1914 trägt und deshalb zum Flaschenhals geworden ist. Warum die älteste Kanalbrücke von 1894 ersetzt werden muss — und was 5.000 überwinternde Fledermäuse mit dem Neubau zu tun haben. Und warum die Kleine Schleuse von 1895, das allererste Bauwerk dieser ganzen Geschichte, seit 2014 stillsteht und neu entsteht — inklusive einer Weltkriegsbombe im Baufeld und eines Leitungstunnels tief unter der Anlage.
Es geht um Bagger bei laufendem Betrieb, um den Sprung vom Papierdiagramm mit Lineal und Bleistift zum digitalen Zwilling, um eine Schleuse, die schon heute für den steigenden Meeresspiegel von morgen gebaut wird — und um eine ehrliche Frage, auf die es noch keine Antwort gibt: Was heißt es eigentlich, ein Bauwerk am Leben zu halten, das nie fertig sein darf? Zum ersten Mal erzählen wir eine Geschichte, deren Ende wir selbst nicht kennen.
Ein Hinweis in eigener Sache: Fast alle Termine in dieser Folge (fünfte Schleusenkammer Ende 2026, Levensauer Hochbrücke 2027/2028, Ausbau der Oststrecke nicht vor 2030) sind Planstände und können sich verschieben.
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