WR213 – Die Gründung der NATO: Von Rosinenbombern, Politikern und einer ironischen Musikauswahl
Am 4. April 1949 unterzeichnen zwölf Außenminister in Washington ein Stück Papier, das die Welt für die nächsten achtzig Jahre prägen wird — den Nordatlantikvertrag. Die NATO ist geboren. Aber wie kommt es eigentlich dazu, dass ein amerikanischer Präsident, dessen Land seit 171 Jahren in Friedenszeiten kein einziges Bündnis mehr geschlossen hat, ausgerechnet 1949 ein Militärbündnis mit elf europäischen und nordamerikanischen Staaten unterschreibt? Und warum spielt die Marine-Kapelle dabei ausgerechnet „It Ain’t Necessarily So“ aus Porgy and Bess?
In dieser Folge nehmen wir dich mit auf eine Zeitreise in die unmittelbare Nachkriegszeit. Wir fangen in den Trümmern Europas an, im eisigen Hungerwinter 1946/47, und folgen dem roten Faden bis in den Garderobenraum des Departmental Auditoriums in Washington. Du erfährst, warum Churchills Eiserner Vorhang nicht nur eine Metapher war, wie ein britischer Gewerkschaftschef ohne Schulabschluss zum eigentlichen Architekten des Bündnisses wurde, und weshalb ein eitler Satz eines Senators aus Michigan — „Warum soll Truman den ganzen Ruhm bekommen?“ — direkt zur Vandenberg-Resolution führte.
Wir reden über den Prager Putsch, die Berlin-Blockade und die Rosinenbomber, über fünf Wörter in Artikel 5, die alles veränderten, und über Onkel Wackelflügel, der mit Taschentuch-Fallschirmen mehr für den Westen bewirkte als hundert diplomatische Noten.
Sechzig Minuten Geschichte über zwölf Männer, ein Papier und einen der unwahrscheinlichsten Bündnisschlüsse des zwanzigsten Jahrhunderts. Schnall dich an — wir starten das Raumzeitschiff.
