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WR218 – Der Eimerkrieg von 1325 – Wie ein Holzeimer eine der größten Schlachten des Mittelalters auslöste

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Eine Stadt klaut der anderen einen hölzernen Eimer vom Brunnen – und wenig später stehen sich Zehntausende auf dem Schlachtfeld gegenüber. So erzählt man sich seit siebenhundert Jahren die Geschichte des „Eimerkriegs“ zwischen Bologna und Modena. Aber stimmt das überhaupt?

Cris und Jan setzen das Raumzeitschiff diesmal am späten Nachmittag des 15. November 1325 ab, kurz vor dem Dorf Zappolino – und mitten hinein in eine der größten Schlachten, die das mittelalterliche Europa je gesehen hat. Größer als Hastings. Und der Grund dafür war eben nicht ein gestohlener Eimer.

In dieser Folge nehmen wir die schöne Legende auseinander und zeigen, was wirklich dahintersteckte: der jahrhundertelange Konflikt zwischen Guelfen und Ghibellinen, zwischen Papst und Kaiser, der ganz Italien spaltete. Wir erleben, wie das winzige Modena das übermächtige Bologna besiegte, wie aus einem ernsten, blutigen Krieg eine Anekdote wurde – und welche Rolle ein freches Spottgedicht aus dem 17. Jahrhundert dabei spielte.

Am Ende steht die vielleicht wichtigste Frage von allen: Ist Geschichte das, was passiert ist – oder das, was erzählt wird? Und warum überlebt manchmal die bessere Geschichte statt der wahren?

Eine Reise zwischen Mythos und Wahrheit, blutigem Ernst und herrlicher Ironie. Mit einem Schluss, den sich kein Drehbuchautor besser hätte ausdenken können.

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Worum es in dieser Folge geht

15. November 1325 bei Zappolino in der Emilia-Romagna: Rund dreißigtausend Mann stehen sich gegenüber, Bologna gegen Modena, zwei Städte nur etwa vierzig Kilometer voneinander entfernt. Der Grund, so erzählt man es seit siebenhundert Jahren, sei ein hölzerner Eimer, den Modenesen vom Brunnen in Bologna gestohlen hätten. Doch diese Geschichte stimmt so wahrscheinlich nicht.

Wir erklären den eigentlichen Konflikt dahinter, den Streit zwischen Guelfen, den Anhängern des Papstes, und Ghibellinen, den Anhängern des Kaisers, der Italien spaltete und sich sogar an der Form der Zinnen ablesen lässt. Bologna stand auf der Seite des Papstes, Modena auf der anderen. Wir folgen der Schlacht von Zappolino, in der die kleinere Stadt die größere besiegt, und klären, wann der Eimer wirklich ins Spiel kam. Am Ende fragen wir, warum sich die Welt an einen albernen Eimer erinnert und den eigentlichen Grund vergessen hat.

Kurz gefragt

War ein Eimer wirklich der Auslöser des Krieges?
Höchstwahrscheinlich nicht. Die Modenesen nahmen den Eimer vermutlich erst nach ihrem Sieg als Trophäe mit, so wie ein Heer eine feindliche Fahne erbeutet.

Wer waren Guelfen und Ghibellinen?
Die Guelfen unterstützten den Papst, die Ghibellinen den Kaiser. Die Namen gehen auf „Welfen“ und „Waiblingen“ zurück.

Was wurde aus dem Eimer?
Er blieb in Modena, als Andenken an den Tag, an dem die kleine Stadt die große besiegt hatte.