Worum es in dieser Folge geht
Erhard Goldbach überlebt am Kriegsende die Flucht aus Schlesien, handelt mit Obst und Gemüse und wird 1951 Kohlehändler in Wanne-Eickel. Schon damals optimiert er seine Profite auf eigene Art. Später steigt er auf Heizöl und Benzin um und baut die Tankstellenkette Goldin auf, die immer etwas billiger ist als die Konkurrenz. „Das gute Goldin“ verkauft sich so gut, dass er am Rhein-Herne-Kanal einen eigenen Ölhafen anlegen lässt.
Dazu kommt der Fußball: Goldbach wird größter Sponsor von Westfalia Herne, benennt den Verein nach seiner Firma und stellt die Spieler zusätzlich bei Goldin an, um die damals gedeckelten Gehälter zu umgehen. Doch hinter dem Erfolg stecken gepanschtes Benzin, wachsende Steuerschulden, am Zoll vorbeigeschmuggelter Treibstoff und fingierte Belege. 1979 rückt die Steuerfahndung an. Wir erzählen vom Ende des Ölkönigs von Wanne, vom geheimen Tresor in seinem Haus und vom größten Steuerbetrug der alten Bundesrepublik.
Kurz gefragt
Wie viel Steuern hat Goldbach hinterzogen?
Mindestens 360 Millionen DM. Damit gilt er als größter Steuerbetrüger der alten Bundesrepublik.
Was hatte Goldin mit Westfalia Herne zu tun?
Goldbach wurde 1974 größter Sponsor und ließ den Verein 1977 in SC Westfalia 04 Goldin Herne umbenennen. Spieler wurden zusätzlich bei Goldin angestellt, ohne dort arbeiten zu müssen.
Was wurde in Goldbachs Haus gefunden?
Ein geheimer Tresor im Keller. Durch einen Schlitz in der Fassade konnten Angestellte die Tageseinnahmen direkt hineinwerfen. Als er gefunden wurde, war er leer.
Zum Weiterlesen empfehlen wir Ralf Piorrs Buch „Der Robin Hood der Zapfsäule“.