Hier kommt der dritte und letzte Teil zum Thema Sprachsynthese. Wir kommen heute in die Neuzeit und erleben wie der Fortschritt der Elektronik der Srachsynthese neue Türen öffnete und schließlich der Computer die Technologie zu ungeahnten Höhen trieb.
Also: Sprachassistenten in den Schrank, den die hören heute auf jeden Fall zu, wenn ihr nicht aufpasst. 🙂
Wir wünschen viel Spaß!
Worum es in dieser Folge geht
Im dritten und letzten Teil unserer Reihe zur Sprachsynthese klären wir zuerst die Grundlagen: Sprachsynthese ist die künstliche Erzeugung der menschlichen Stimme. Es gibt den Nachbau der Sprechorgane, wie bei Kempelens Maschine, und die Signalmodellierung auf Basis von Aufnahmen. Die natürliche Sprachmelodie, die Prosodie, ist bis heute das schwierigste Problem.
Dann geht es durch die Technikgeschichte: In den 1930ern entsteht in den Bell Labs der Vocoder, den später auch Kraftwerk bekannt machte. Auf der Weltausstellung 1939 spricht der Voder von Homer Dudley, bedient von speziell ausgebildeten Frauen, von denen nur 28 von über 300 Bewerberinnen die Ausbildung schafften. 1961 lässt John Larry Kelly einen IBM 704 sprechen. Wir erinnern an Heimcomputer wie den C64 mit dem Modul „Magic Voice“ und einen sprechenden Wecker. Zum Schluss geht es um Sprachsynthese als Hilfe für Menschen, die nicht sprechen können, von Stephen Hawking bis zu Donald Sherman, der 1974 als erster Mensch per Sprachcomputer eine Pizza am Telefon bestellte.
Kurz gefragt
Was ist ein Vocoder?
Ein in den 1930ern bei den Bell Labs entwickeltes Gerät, das Sprache elektronisch zerlegt und wieder erzeugt. Der Name kommt von „Voice“ und „Encoder“.
Was war der Voder?
Eine sprechende Maschine von Homer Dudley, vorgestellt auf der Weltausstellung 1939. Sie wurde von Hand über Tasten und ein Pedal bedient.
Warum klingen Sprachassistenten noch künstlich?
Vor allem wegen der Prosodie, also der natürlichen Sprachmelodie, die sich schwer nachbilden lässt.