Worum es in dieser Folge geht
In den Tunneln der Londoner U-Bahn hat sich in weniger als 150 Jahren eine eigene Unterart der Stechmücke entwickelt, die das ganze Jahr über aktiv ist. Mit dieser Kuriosität steigen wir in die Geschichte der ersten U-Bahn der Welt ein. Im frühen 19. Jahrhundert wuchert London regelrecht, Pendler und Fuhrwerke verstopfen die Straßen. Der Anwalt und Stadtpolitiker Charles Pearson verfolgt jahrzehntelang eine radikale Idee: einen Zug unter der Erde.
Wir erzählen, gegen welche Bedenken Pearson ankämpfen musste, nicht zuletzt gegen die Kombination aus Tunneln und Dampflokomotiven. Am 10. Januar 1863 eröffnet die Metropolitan Railway zwischen Paddington und Farringdon, Pearson erlebt es nicht mehr. Danach folgen wir der U-Bahn durch die Zeit, bis zum geheimen Bunker in der stillgelegten Station Down Street, den Churchill im Blitzkrieg nutzte, und bis zur Elizabeth Line.
Kurz gefragt
Wann fuhr die erste U-Bahn in London?
Die Metropolitan Railway eröffnete am 10. Januar 1863 auf rund sechs Kilometern zwischen Paddington und Farringdon Street. Am ersten Tag fuhren 38.000 Fahrgäste mit.
Wer war Charles Pearson?
Ein Londoner Anwalt und Stadtpolitiker, der die unterirdische Bahn jahrelang vorantrieb. Er starb im September 1862, wenige Monate vor der Eröffnung.
Was war in der Station Down Street?
Ein geheimer Bunker, den Churchill im Blitzkrieg 1940/41 als Operationszentrale nutzte. Von dort wurden bis 1947 große Teile des Bahnverkehrs und Truppentransporte gesteuert.