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WR225 – Black Tom (2): Zitronensaft und Nadelstiche — Wie ein vergessener Anschlag doch noch aufgeklärt wurde

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Am Morgen nach der Explosion steht New York vor einem Rätsel: War es ein Unfall — oder Sabotage? Und wenn Sabotage: Wie soll man das je beweisen? In dieser zweiten von zwei Folgen erzählen wir das lange, unwahrscheinliche Nachspiel von Black Tom.

Es ist ein echter Kriminalfall. Die Täter tauchen unter oder sterben unbeachtet im Armengrab. Der Fall vor dem deutsch-amerikanischen Schiedsgericht geht zunächst komplett verloren — die Kronzeugen werden öffentlich als erwiesene Lügner gebrandmarkt. Bis einer von ihnen an Weihnachten 1930 in einem alten Unterhaltungsmagazin eine mit Zitronensaft und Nadelstichen versteckte Geheimbotschaft findet und damit den Fall wieder aufreißt. Am Ende steht 1939 ein Schuldspruch gegen Deutschland — ausgesprochen ausgerechnet in dem Jahr, in dem der nächste Weltkrieg beginnt. Die letzte Zahlung geht 1979 ein, dreiundsechzig Jahre nach dem Knall.

Wir erzählen von McCloy, dem jungen Anwalt, der Deutschland ein Jahrzehnt lang verklagte und es später als Hoher Kommissar mit aufbaute — und wir lösen zum Schluss die Leitfrage ein: Warum ist dieses gewaltige Ereignis fast vergessen? Und warum wird ausgerechnet seine berühmteste Narbe, die Fackel der Freiheitsstatue, bis heute gleich dreifach falsch erinnert? Wie immer flaggen wir ehrlich, was gesichert ist und was Legende bleibt. Leitfrage der Folge: Warum ist eine der größten Explosionen der US-Geschichte fast vergessen und an ihre bekannteste Narbe wird sich immer wieder falsch erinnert?

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Worum es in dieser Folge geht

Weihnachten 1930 in Baltimore: Paul Hilken, ein geständiger früherer Saboteur, durchwühlt Kisten mit alten Groschenheften. Ein internationales Gericht hat ihn gerade einen Lügner genannt. Dann hält er eine Seite ans Kaminfeuer, und zwischen den Zeilen erscheint eine Nachricht in Zitronensaft. Im zweiten Teil über Black Tom erzählen wir, wie ein fast vergessener Anschlag doch noch aufgeklärt wurde.

Zuerst geht es um die zersplitterten Ermittlungen nach der Explosion und den bequemen Schluss, es sei ein Unfall gewesen. Dann um die Mixed Claims Commission, ein Schiedsgericht für Kriegsschäden, und um den jungen Anwalt John J. McCloy, für den der Fall zur Lebensaufgabe wird. Die versteckte Botschaft aus dem Groschenheft, unterschrieben von Sabotagechef Frederick Hinsch, wendet das Blatt. 1939 steht fest, dass deutsche Agenten verantwortlich waren, die letzte Zahlung geht erst 1979 ein. Und wir klären, warum die Fackel der Freiheitsstatue bis heute meist falsch erinnert wird.

Kurz gefragt

Wann wurde Deutschlands Verantwortung festgestellt?
Im Juni 1939 entschied die Mixed Claims Commission, dass deutsche Sabotageagenten für Black Tom verantwortlich waren. Die letzte Zahlung ging 1979 ein.

Welche Rolle spielte das Groschenheft?
Darin hatte ein Agent eine Botschaft in Zitronensaft mit einem Code aus Nadelstichen versteckt. Sie erwähnte Black Tom und die Fabrik in Kingsland und war mit „Hinch“ unterschrieben.

Was hat Black Tom mit der Freiheitsstatue zu tun?
Die Explosion beschädigte die Statue. Seitdem dürfen Besucher nicht mehr in die Fackel, und die Originalfackel steht heute im Museum.