Die USA sind offiziell neutral. Doch sie beliefern zugleich die Alliierten mit Bergen von Munition. Aus deutscher Sicht ist dieses „neutrale“ Amerika die Waffenkammer des Feindes. Also führt das Deutsche Reich einen Krieg, den es offiziell gar nicht gibt: mit gefälschten Pässen, Scheinfirmen, Streiks und kleinen Brandsätzen in der Größe einer Zigarre.
In dieser ersten von zwei Folgen nehmen wir euch mit auf den langen, leisen Anlauf zu einer der größten Explosionen der amerikanischen Geschichte. Wir erzählen vom Widerspruch in der amerikanischen Neutralität, von einer Aktentasche, die den heimlichen Krieg auffliegen lässt, von einem ungesicherten Munitionshafen mitten in New York. Wir berichten von der Nacht zum 30. Juli 1916, in der um 2:08 Uhr zwei Millionen Pfund Munition in die Luft gehen, Fenster bis nach Manhattan zerspringen und die Freiheitsstatue Splitter abbekommt.
Vieles liegt im Dunkel der Zeit verloren. Von der Zahl der Toten bis zur Frage, wer in jener Nacht wirklich das Feuer legte.
Die Auflösung dieses Falls gibt es dann in Folge 2.
Kommt mit an Bord des Raumzeitschiffs.
Die Leitfrage der heutigen Folge: Wie erreicht ein Krieg ein Land, das sich für neutral hält?
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Worum es in dieser Folge geht
New York, 30. Juli 1916, kurz nach zwei Uhr morgens: Auf einem stillen Pier in New Jersey, mit Blick auf die Freiheitsstatue, stehen Waggons und Kähne voller Munition. Wenige Minuten später erschüttert die größte Explosion, die die Stadt je erlebt hat, den Hafen. Mit Black Tom beginnt unsere neue Staffel und eine zweiteilige Geschichte, die ein Rätsel ist: Wie erreicht ein Krieg ein Land, das sich für neutral hält?
Wir erklären den Widerspruch der amerikanischen Neutralität: Präsident Wilson hält die USA aus dem Krieg heraus, doch amerikanische Fabriken liefern Munition in großen Mengen, und wegen der britischen Seeblockade kommt sie praktisch nur bei den Alliierten an. Aus deutscher Sicht ist Amerika die Waffenkammer des Feindes. Wir folgen dem verdeckten Krieg des Deutschen Reiches mit gefälschten Pässen, Scheinfirmen und Zigarrenbomben und der berühmten Aktentasche des Attachés Heinrich Albert, die er 1915 in einer Bahn liegen ließ. Am Ende steht die Frage: Unfall oder Anschlag?
Kurz gefragt
Was war Black Tom?
Ein Munitionshafen in New Jersey gegenüber von Manhattan, der in der Nacht zum 30. Juli 1916 explodierte. Der Sachschaden wird auf rund zwanzig Millionen Dollar von 1916 geschätzt.
Warum war die Neutralität der USA umstritten?
Die USA verkauften Munition, was neutralen Staaten erlaubt war. Wegen der britischen Seeblockade ging sie aber praktisch nur an die Alliierten.
Was enthielt Heinrich Alberts Aktentasche?
Papiere über deutsche Bestechungs- und Propagandaarbeit in den USA, über Versuche, Zeitungen zu beeinflussen, und Pläne zur Störung von Munitionsfabriken. Die New York World veröffentlichte sie 1915.