Worum es in dieser Folge geht
In dieser Folge geht es um Wörter, die ihre Bedeutung gewechselt haben, überraschend entstanden sind oder fast vergessen wurden. Wir beginnen Ende des 18. Jahrhunderts in Halle an der Saale. Trostlose Landstriche nannte man damals eine „Türkei“, und weil um Halle viel Kümmel angebaut wurde, sprach man von der Kümmeltürkei. Ein Kümmeltürke war in der Studentensprache ein Student aus der näheren Umgebung, der noch nicht viel herumgekommen war. Erst ab den 1970ern wurde das Wort zur Beleidigung.
Weiter geht es mit „ausgepowert“, das nicht vom englischen „power“ kommt, sondern vom französischen „pauvre“ und eigentlich „verarmt“ heißt, und mit den Fisimatenten, für die es gleich mehrere Erklärungen gibt. Wir erklären, woher Pechvogel und abkupfern kommen, was ein Januswort ist (umfahren, einstellen, Untiefe) und warum junge Mädchen früher Backfische hießen. Ob die Herkunft wirklich geklärt ist, bleibt beim Backfisch offen. Das Wormser Backfischfest spielt seit 1933 bewusst mit der Doppeldeutigkeit.
Kurz gefragt
Woher kommt das Wort Kümmeltürke?
Aus der Studentensprache des 18. Jahrhunderts. Gemeint war ein Student aus der Umgebung von Halle, der „Kümmeltürkei“, in der viel Kümmel angebaut wurde.
Was bedeutet „ausgepowert“ ursprünglich?
Verarmt. Das Wort geht auf das französische „pauvre“ zurück, nicht auf das englische „power“.
Was ist ein Januswort?
Ein Wort, das gegensätzliche Bedeutungen haben kann, zum Beispiel „umfahren“ oder „einstellen“.