Auf in die Karibik und „Arrr me Hearties“.
Worum es in dieser Folge geht
Wir stehen am 7. Juni 1692 in Port Royal auf Jamaika, kurz vor der Katastrophe, mit der der Untergang der Stadt beginnt. Bevor es so weit ist, erzählen wir ihre Geschichte. Kolumbus erreicht Jamaika auf seiner zweiten Reise, 1509 nehmen die Spanier die Insel ein, die Taíno werden durch Krankheiten und Gewalt ausgelöscht. An der Spitze einer Landzunge im Süden entsteht eine kleine Siedlung. 1655 scheitert Oliver Cromwells Flotte an Hispaniola und nimmt stattdessen Jamaika.
Weil England die Insel kaum verteidigen kann, holt der Gouverneur Freibeuter mit Kaperbriefen in den Hafen. Port Royal wird zu einem der wichtigsten Häfen der Karibik und zum Ort, an dem Piraten ihre Beute für Rum und Vergnügen ausgeben. Christopher Myngs überfällt von hier aus 1663 Campeche, Henry Morgan plündert Panama und Maracaibo und wird später sogar Vizegouverneur. Dann versinken 1692 bei einem Erdbeben große Teile der Stadt im Meer. Wir verfolgen, was danach kam: Brände, Cholera, das Erdbeben von 1907 mit dem schiefen „Giddy House“ und die Unterwasserarchäologie der Texas A&M University ab 1981.
Kurz gefragt
Warum hieß Port Royal die verruchteste Stadt der Welt?
Im 17. Jahrhundert war sie Heimathafen vieler Freibeuter, die dort ihre Beute verkauften und für Rum und Vergnügen ausgaben.
Was geschah am 7. Juni 1692?
Ein schweres Erdbeben mit anschließendem Tsunami zerstörte Port Royal. Große Teile der Stadt versanken im Meer, etwa die Hälfte der Bevölkerung kam ums Leben.
Welche Piraten lebten in Port Royal?
Unter anderem Christopher Myngs und Henry Morgan, der ab 1674 Vizegouverneur war.