WR224 – Black Tom (2): Zitronensaft und Nadelstiche — Wie ein vergessener Anschlag doch noch aufgeklärt wurde
Am Morgen nach der Explosion steht New York vor einem Rätsel: War es ein Unfall — oder Sabotage? Und wenn Sabotage: Wie soll man das je beweisen? In dieser zweiten von zwei Folgen erzählen wir das lange, unwahrscheinliche Nachspiel von Black Tom.
Es ist ein echter Kriminalfall. Die Täter tauchen unter oder sterben unbeachtet im Armengrab. Der Fall vor dem deutsch-amerikanischen Schiedsgericht geht zunächst komplett verloren — die Kronzeugen werden öffentlich als erwiesene Lügner gebrandmarkt. Bis einer von ihnen an Weihnachten 1930 in einem alten Unterhaltungsmagazin eine mit Zitronensaft und Nadelstichen versteckte Geheimbotschaft findet und damit den Fall wieder aufreißt. Am Ende steht 1939 ein Schuldspruch gegen Deutschland — ausgesprochen ausgerechnet in dem Jahr, in dem der nächste Weltkrieg beginnt. Die letzte Zahlung geht 1979 ein, dreiundsechzig Jahre nach dem Knall.
Wir erzählen von McCloy, dem jungen Anwalt, der Deutschland ein Jahrzehnt lang verklagte und es später als Hoher Kommissar mit aufbaute — und wir lösen zum Schluss die Leitfrage ein: Warum ist dieses gewaltige Ereignis fast vergessen? Und warum wird ausgerechnet seine berühmteste Narbe, die Fackel der Freiheitsstatue, bis heute gleich dreifach falsch erinnert? Wie immer flaggen wir ehrlich, was gesichert ist und was Legende bleibt. Leitfrage der Folge: Warum ist eine der größten Explosionen der US-Geschichte fast vergessen und an ihre bekannteste Narbe wird sich immer wieder falsch erinnert?
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