Worum es in dieser Folge geht
Wir beginnen an Heiligabend 1971 am Flughafen von Lima. Werner Herzog bekommt für sich und sein Filmteam keine Plätze mehr auf dem LANSA-Flug 508 nach Pucallpa. An Bord sitzen dagegen die 17-jährige Juliane Koepcke und ihre Mutter. Das Flugzeug gerät in ein Gewitter, zerbricht in der Luft, und Juliane stürzt angeschnallt auf ihrer Sitzbank aus rund 3.000 Metern in den Regenwald. Sie überlebt und schlägt sich elf Tage durch den Dschungel.
Ihre Geschichte führt uns zur Frage, wie Menschen gelernt haben, langsam zu fallen. Wir schauen auf Leonardo da Vincis Skizze, auf André Garnerin, dem 1797 der erste Absprung mit einem rahmenlosen Seidenschirm gelang, und auf Robert Cocking, dessen Konstruktion beim Test versagte. Wir erzählen von Käthe Paulus, der ersten deutschen Fallschirmspringerin, und enden bei Domina Jalbert, dessen Stauluftprofil die Grundlage für heutige Gleit- und Fallschirme ist.
Kurz gefragt
Wie konnte Juliane Koepcke den Sturz überleben?
Vermutlich bremsten starke Aufwinde im Gewitter die Sitzbank, und deren Drehung erzeugte zusätzlichen Auftrieb. Vor dem Aufprall auf das Blätterdach lag die Bank unter ihr und schützte sie.
Wer war Käthe Paulus?
Eine Näherin aus Zellhausen bei Seligenstadt, die 1893 in Elberfeld als erste Deutsche mit dem Fallschirm aus einem Ballon sprang. Elf Monate später musste sie mit ansehen, wie ihr Partner Hermann Lattemann tödlich verunglückte.
Woher kommt der moderne Gleitschirm?
Von Domina Jalbert aus Kanada. Er entwickelte das Stauluftprofil, meldete 1964 ein Patent an und baute 1971 mit Theodore Hulsizer den ersten funktionierenden Parafoil-Schirm.