Kann man am Nordpol Kühlschränke verkaufen? Wenn man Timothy Dexter heißt, dann vermutlich schon, und zwar auch mit Gewinn. Trotz wirklich dummer Geschäftsentscheidungen wurde dieser Mann unfassbar reich. Und damit konnte er sich seine eigene Exzentrik leisten und lebte diese auch voll aus. Er täuschte seinen Tod vor, um seine eigene Trauerfeier zu beobachten, und hinterließ mit seinem Buch „Eine Gurke für die Wissenden“ der Nachwelt seine ganz eigene Sicht auf die Dinge.
Worum es in dieser Folge geht
Kann man am Nordpol Kühlschränke verkaufen? Timothy Dexter hätte es vermutlich geschafft, und zwar mit Gewinn. 1747 in der Nähe von Boston geboren, muss er mit acht Jahren die Schule verlassen, lernt Gerber und heiratet eine wohlhabende Witwe. In Charlestown wollen die feinen Nachbarn nichts mit ihm zu tun haben. Also beschließt Dexter, reich zu werden, und trifft dabei eine absurde Entscheidung nach der anderen.
Er kauft wertlos gewordene Kontinentaldollar, schickt Bettwärmer in die Karibik und Kohle nach Newcastle. Und jedes Mal hat er Glück. Mit dem Geld lebt er seine Exzentrik voll aus: Er nennt sich Lord Timothy Dexter, täuscht seinen eigenen Tod vor, um zu sehen, wer um ihn trauert, und schreibt ein Buch ganz ohne Satzzeichen. Wir fragen, ob er der dümmste erfolgreiche Geschäftsmann der Geschichte war oder ein unverstandenes Genie.
Kurz gefragt
Was machte Dexter mit den Bettwärmern in der Karibik?
Es gab dort kaum Bedarf. Also verkaufte er sie als Schöpfkellen an Zuckerplantagen und Melasseproduzenten.
Warum hatte Dexter in Newcastle Glück mit seiner Kohle?
Die Bergleute dort streikten gerade, und er konnte seine amerikanische Kohle mit beträchtlichem Aufschlag verkaufen.
Was ist „A Pickle for the Knowing Ones“?
Dexters Buch, geschrieben ganz ohne Satzzeichen. Die zweite Auflage bekam einen Anhang mit einer Seite voller Satzzeichen, mit denen die Leser den Text selbst „pfeffern und salzen“ sollten.