Worum es in dieser Folge geht
Robinson Crusoe kennt jeder, Daniel Defoes Roman von 1719 gab sogar einem ganzen Genre den Namen. Doch es gab ein Vorbild: den Schotten Alexander Selkirk, geboren 1676 in Lower Largo als jüngster von sieben Brüdern. Er fällt früh durch Streitsucht auf, wird 1696 vor die Kirchenversammlung zitiert und geht zur See. Als Freibeuter segelt er mit William Dampier und wechselt 1704 auf die kleinere Cinque Ports.
Im September 1704 erreicht das Schiff die Insel Más a Tierra im Juan-Fernández-Archipel. Der Rumpf ist von Bohrmuscheln zerfressen, Selkirk will nicht ohne Reparatur weitersegeln und wird mit Muskete, Werkzeug und Bibel zurückgelassen. Wie freiwillig das geschah, darüber gehen die Berichte auseinander. Wir erzählen, wie er überlebt: erst mit Langusten am Strand, dann im Landesinneren mit Rüben, Kohlbaum und Ziegen, die ihm Milch, Fleisch und Kleidung liefern. Im Februar 1709, nach fast viereinhalb Jahren, holt ihn der Freibeuter Woodes Rogers von der Insel. Zurück in England wird seine Geschichte in Büchern und Zeitungen verbreitet, doch er sehnt sich nach der Einsamkeit seiner Insel zurück. Er stirbt 1721 als Offizier der Royal Navy vor Westafrika und erhält ein Seemannsgrab.
Kurz gefragt
Wer war das Vorbild für Robinson Crusoe?
Vermutlich der Schotte Alexander Selkirk, der über vier Jahre allein auf einer Pazifikinsel lebte.
Wie lange war Selkirk auf der Insel?
Von September 1704 bis Februar 1709, also fast viereinhalb Jahre.
Wo liegt Selkirks Insel?
Im Juan-Fernández-Archipel vor Chile. Die Insel hieß damals Más a Tierra.