Es gibt immer wieder Dinge, die an einem Ort der Welt ganz normal sind und überall sonst nicht nur unbekannt sind, sondern regelrecht abstrus erscheinen.
Heute haben wir genau so etwas iim Programm: Catch Fétiche bringt die Welten des Catchens und des Voodoo zusamen. Heraus kommt ein einzigartiges Spektakel, das in der Republik Kongo sogar zu, Nationalsport heran reifen konnte.
Auf geht’s nach Afrika und an den Ring. Wir haben Tickets für die erste Reihe.
Viel Spaß,
Jan und Cris
Worum es in dieser Folge geht
Kongo, 1965: Nach der Kolonialzeit wird Wrestling zu einer der beliebtesten Sportarten, Kele-Kele Letuka wird der erste kongolesische Profi. Dann kommt Mobutu an die Macht und verbietet westlich geprägte Freizeitvergnügen. Der Ringer Edingwe Moto findet einen Ausweg: Er verbindet das Catchen mit dem Fétiche, der traditionellen Glaubenswelt mit Geistern und Dämonen, die bei uns meist als Voodoo bekannt ist. In den 70ern wird Catch Fétiche zum Nationalsport.
Wir erklären, wie die Kämpfe ablaufen: einstudierte Choreografien wie im US-Wrestling, dazu Rituale, Zauber und Gegner, die besiegt werden, ohne dass man sie berührt. Frauen kämpfen gleichberechtigt mit. Wir stellen einige Stars aus Kinshasa vor, etwa Guyga „das Biest“, den Voodoo-Priester Sacre M’Fumu oder die Zwillinge Bankaka, und begleiten die Parade zum Federation Day, dem größten Kampftag des Jahres, auf einem improvisierten Ring unter freiem Himmel.
Kurz gefragt
Was ist Catch Fétiche?
Eine kongolesische Form des Wrestlings, bei der zu den einstudierten Kämpfen Rituale und Magie aus der traditionellen Religion gehören.
Wie ist Catch Fétiche entstanden?
Nachdem Mobutu westliches Wrestling verboten hatte, verband der Ringer Edingwe Moto den Sport mit dem Fétiche. So konnte er weiter stattfinden.
Kämpfen auch Frauen mit?
Ja. Frauen treten gleichberechtigt an, auch gegen Männer.